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Tagesheilige 29. Juni – St. Peter und Paul

 



„Auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen“





„Die Erde zergeht, und alle, die darauf wohnen; denn ich habe fest gegründet ihre Säulen“ (Ps 74,4). Säulen der Erde sind alle Apostel, aber in erster Linie die beiden, deren Fest wir heute feiern. Sie sind die beiden Säulen, die durch ihre Lehre, ihr Gebet und ihre beispielhafte Standhaftigkeit die Kirche tragen. Der Herr selber hat diese Säulen begründet. Anfangs waren sie schwach und konnten weder sich selbst noch andere tragen. Und daran erkennt man den großen Plan des Herrn: Wenn sie schon immer stark gewesen wären, hätte man denken können, ihr Kraft käme aus ihnen selbst. Doch bevor der Herr sie stark machte, wollte er aufzeigen, was sie taugten, damit alle wüssten, dass ihre Kraft von Gott kommt… Petrus wurde niedergeworfen durch das Wort einer einfachen Dienerin…; auch die andere Säule war ziemlich schwach: „… früher lästerte, verfolgte und verhöhnte ich ihn…“ (vgl. 1Tim 1,13)
   

Deshalb müssen wir unsere heiligen Väter aus ganzem Herzen loben, die für den Herrn so große Mühe auf sich genommen und so kraftvoll ausgeharrt haben. In der Freude, im Wohlergehen geduldig auszuharren, bedeutet viel. Aber für Christus gesteinigt, ausgepeitscht und geschlagen zu werden und in all dem mit Christus auszuharren (2 Kor 11,25), zeugt von Größe. Es ist etwas Großes, mit Paulus beschimpft zu werden und zu segnen… gleichsam der Abschaum der Welt zu sein – und darauf stolz zu sein (1 Kor 4,12-13)… Und was soll man über Petrus sagen? Selbst wenn er für Christus nichts ertragen hätte, müssten wir ihn aus gutem Grund feiern: denn er ist heute für ihn gekreuzigt worden… Er wusste sehr wohl, wo derjenige war, den er liebte und nach dem er sich sehnte… Sein Weg zum Himmel war das Kreuz.

Hl. Aelred von Rievaulx (1110 – 1167), engl. Zisterzienserabt Predigt 18, zum Fest der Heiligen Petrus und Paulus; PL 195, 298- 302  Aus „Evangelium Tag für Tag“ 29.6.2014

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