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Tagesheilige 20. August – hl. Bernhard von Clairvaux

Geschrieben von: Tonia Long
                          Maria erscheint dem hl. Bernhard (Gemälde von Perugino)

Abt, Kirchenlehrer Ocist
* um 1090 in Fontaines-lès-Dijon, Frankreich
+ 20. August 1153 in Clairvaux, Frankreich

Patron der Zisterzienser; von Burgund und Ligurien; von Genua und Gibraltar; gegen Kinderkrankheiten und Besessenheit; gegen Tierseuchen; gegen Gewitter und ;Unwetter; in der Todesstunde; der Bienen, Imker und Wachszieher.

Begibt man sich auf die Spuren von Bernhard, einem der Großen der Katholischen Kirche, nach dem sogar das „Bernhardinische Zeitalter“ benannt wurde, erlebt man zuerst einmal Enttäuschungen: Bernhards berühmtes Zisterzienserkloster, von ihm selbst im 12. Jh. in Clairvaux zwischen Troyes und Chaumont gegründet, ist seit 1802 ein Zuchthaus.

Bei der Ankunft in Citeaux, südlich von Dijon, wo Bernhard als junger Mann dem noch jüngeren Zisterzienserorden beitrat – dessen eigentlicher Begründer er dann später wurde – findet man von dem einst mächtigen Kloster nur noch Mauerreste inmitten von schönen Buchen- und Eichenhainen vor. Mehr glück hat man in Troyes: Im Domschatz der Kathedrale Saint-Pierre-et-Saint-Paul wird seit 1813 das Haupt des Ordensmannes aufbewahrt.

Bernhard erblickte um das Jahr 1090 als drittes von sieben Kindern des burgundischen Edelmannes Tezelin auf dem Familienschloss Fontaines-lès-Dijon das Licht der Welt. Zusammen mit vier seiner Brüder und 30 jungen Männern, die er alle geworben hatte, trat der 22jährige Bernhard 1112 in das Reformkloster Citeaux ein, dem ersten Kloster des 1098 von Robert von Molesme gegründeten Zisterzienserordens. Bereits drei Jahre später wurde der 25jährige zum Gründerabt des Klosters Clairvaux. Fast 70 weitere Klosterneugründungen erfolgten noch zu Lebzeiten Bernhards.

Bernhard von Clairvaux, der als „zweiter Stifter“ des Zisterzienserordens in die Geschichte einging, unterhielt in den folgenden vier Jahrzehnten bis zu seinem Tod Beziehungen zu fast allen großen Persönlichkeiten seiner Zeit. Nicht nur Päpste, Bischöfe und Brüder sämtlicher Orden fragten den hochgebildeten Kirchenmann um seinen Rat, auch mit den Herrschern verschiedener Länder pflegte Bernhard Kontakt.

Große Berühmtheit erlangte Bernhard von Clairvaux als leidenschaftlicher Kreuzzugprediger. Untrennbar ist mit seinem Namen der von Vézelay verbunden. In dieser burgundischen Basilika hielt Bernhard an Ostern 1146 vor Ludwig VII. seine erste flammende Predigt. Er sprach so überzeugend, daß der König und alle Edelleute, die sich versammelt hatten, begierig das Kreuz aus der Hand des Abtes von Clairvaux entgegennahmen. Von Vézelay aus zog Bernhard auch noch in den Norden des Landes sowie nach Flandern und ins Rheinland. Überall schlug ihm große Begeisterung entgegen. Bernhard, der alle Möglichkeiten zum „Aufstieg“ innerhalb der Kirchenhierarchie gehabt hätte, blieb zeitlebens demütig und bescheiden. Er verkörperte das Idealbild eines Mönches. Alle Ehrenämter, die ihm angeboten wurden, lehnte er entschieden ab, so auch Ernennungen zum Bischof von Genua und Mailand. Seine schwerste Enttäuschung erlebte Bernhard von Clairvaux, als der von ihm so leidenschaftlich unterstützte Zweite Kreuzzug 1149 scheiterte. Von diesem Schmerz erholte er sich nie mehr ganz.

Im alter von 63 Jahren starb der unvergessene Ordensmann Bernhard von Clairvaux an einer schweren Magenkrankheit am 20. August 1153, erschöpft und aufgezehrt. Beigesetzt wurde er in der Abtei Cluny, das Grab ist heute nicht mehr vorhanden.

Welches Ansehen dieser Mönch nicht nur in seiner Zeit, sondern auch bei Kirchenwissenschaftlern und Gelehrten aller Jahrhunderte genoss, zeigen folgende Beinamen, die Bernhard von Clairvaux erhielt: Erzvater des europäischen Gefühls (Friedrich Heer), Führer und Richter seiner Welt (Joseph Lortz), religiöses Genie seiner Zeit (Adolf von Harnack). Wegen seiner Leidenschaftlichen Art zu predigen, erhielt er außerdem den Titel „Doctor mellifluus“ (honigfließender Lehrer).

Papst Alexander III. sprach Bernhard bereits am 18. Januar 1174 heilig. Papst Pius VIII. ernannte ihm 1830 zum Kirchenlehrer.

Darstellung: Bernhard von Clairvaux ist meist in Abts- oder Mönchkleidung dargestellt, seine Gesichtszüge sind häufig jugendlich. Eines der häufigstem Attribute, welche Bernhard bei sich hat, ist der Bienenkorb, was sich auf seinen Titel „honigfließender Lehrer“ bezieht. Auf Darstellungen ab dem 15. Jh. ist er manchmal auch mit einem Teufel an der Kette zu sehen als Hinweis auf die Überwindung aller Versuchungen. Mit dem Teufel zeigt ihn so eine Skulptur aus dem 15. Jh. in der Kirche S. Maria Maggiore in Rom. Weitere Attribute sind Kreuz, Totenschädel, Leidenswerkzeuge, Rosenkranz oder weißes Hündchen, welches sich auf die Legende bezieht, Bernhards Mutter habe vor seiner Geburt geträumt, sie werde einen weißen Hund zur Welt bringen, der seine Stimme laut gegen die Feinde erheben wird. Häufig wurde Bernhard auch gemeinsam mit Maria dargestellt; eine oft wiederkehrende Szene ist jene, wie Maria das Gebet Bernhards beantwortet, indem sie seine Lippen mit Milch ihrer Brust benutzt (Lactatio). Ebenfalls oft zu finden ist die Szene, wie sich Bernhard und der am Kreuz hängende Jesus umarmen (Amplexus); ein Beispiel hierfür: das Gemälde von Körbeke (15. Jh.) im Freiburger Münster.

 

Quelle: Heilige und Namenspatrone im Jahreslauf – Schauber . Schindler – Pattloch-Verlag

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