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Plinio Correa de Oliveira: Betrachtungen des Magnifikats (III)

Geschrieben von: Tonia Long
(Fortsetzung)

„Er
vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten; er zerstreut, die im Herzen voll
Hochmut sind“.

     

Gott ist groß
und mächtig, nicht im Verhältnis zu denen, die ihn fürchten, sondern zu denen,
die ihn nicht fürchten. Diesen gegenüber hat er die Macht seines Armes kund
getan und zerstreut die Bösen, in deren Herzen sich hochmütige Gedanken bilden.


Gott ist groß
in seiner Fähigkeit diejenigen zu treffen, die ihn nicht fürchten.


Hier
offenbart sich die Größe Gottes in seinem Zorn, nachdem die Größe seiner
Barmherzigkeit gelobt wurde.
Wir sehen
hier, wie dieser Lobgesang ausgeglichen ist, wie er die Größe Gottes in all
seinen Eigenschaften verkündet. Wie ist das doch verschieden von der
Einseitigkeit der süßlichen Frömmigkeit, die Gott nur unter der Sicht der
Barmherzigkeit und der Nachgiebigkeit betrachtet, ohne den Ausdruck seiner
Größe einzubeziehen.


Ein weiterer
Grund:


 

„Er stürzt
die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen“.


Die Mächtigen
von ihrem Thron stoßen, bedeutet nicht, jemanden, der auf eine Thron sitzt und
Macht hat, herunterzustürzen und durch einen Niedrigen zu ersetzen. Dies wäre
ein Unsinn, denn dieser Niedrige würde ja sofort mächtig sein und müsste
ebenfalls dann gestürzt werden. Wenn der Vers sagen würde, er stürzt die
Mächtigen vom Thron und macht alle gleich, dann hätte es einen schlechten Sinn,
wäre aber doch sinnvoll.


Aber diese
Art von Riesenrad von der Erhöhung der Niedrigen und dem Sturz der Mächtigen,
um dann die mächtig gewordenen Niedrigen wiederum zu stürzen, macht keinen
Sinn. So darf das nicht verstanden werden.
Wer ist dann
der Mächtige und wer der Niedrige? Der Niedrige oder Demütige ist der, der sich
so verhält wie Maria in diesem Lobgesang: Er erkennt Gott alles zu, sieht Gott
als den Ursprung alles Guten, die Quelle aller Macht, ohne dem wir in der
übernatürlichen aber auch in der natürlichen Ordnung nichts vermögen. Er ist
die Mitte aller Dinge und der Herr, der über alles gebietet.


Niedrig waren zum Beispiel die Mächtigen,
von denen Maria abstammte und dadurch auch Jesus abstammte. David war ein
mächtiger König, der in seiner Machtausübung starb. Er war aber demütig
(niedrig), weil er ein Diener Gottes war und alles das einsah.


Die
Mächtigen, von denen im Lobgesang der Muttergottes die Rede ist, sind
diejenigen, die das nicht einsehen, die meinen ihre Macht ohne den Beistand
Gottes ausüben zu können.


Deshalb
stürzt Gott die Mächtigen und erhebt die Niedrigen. Dies ist ein Ausdruck der
Größe Gottes, der über jede menschliche Macht lacht und spottet. (vgl. Ps 2,4)


Er überträgt
Macht dem Demütigen und dieser wird mächtig; er nimmt die Macht des
Hochmütigen, der nur sich selbst vertraut, und er wird zu Nichts.


Es ist die Größe Gottes, neben der
menschliche Größen nichts sind.

  
(wird fortgesetzt)

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