Erst vor zwei Tagen haben wir das Fest Mariä Lichtmess gefeiert. Diese Geschichte über Pater Pio erinnert uns daran, wie nahe Unsere Liebe Frau jedem von uns ist und dass wir ihr voll und ganz vertrauen dürfen, wenn es um ihre liebevolle Fürsorge für uns und unsere Lieben geht.
Schon im Alter von fünf Jahren hatte Pater Pio am Fest der Reinigung der Seligen Jungfrau Maria, auch bekannt als Mariä Lichtmess, Visionen von Maria, der Mutter Gottes.
Seine Marienverehrung wurde jedoch bereits von Geburt an genährt. Jeden Abend knieten Pater Pios Eltern mit ihren Kindern zu Hause nieder und beteten gemeinsam den Rosenkranz. Diese Übung prägte in ihm eine tiefe Liebe und Wertschätzung für die Jungfrau Maria. Als er später für das Priestertum studierte und sich immer tiefer mit den Geheimnissen des Rosenkranzes beschäftigte, wuchs seine Hingabe an Maria noch weiter.
Laut Pater Alessio Parente, der sich in Pater Pios späteren Jahren um ihn kümmerte, sagte der Heilige oft:
„Unsere Liebe Frau verweigert mir niemals Gnaden durch das Beten des Rosenkranzes.“
Es war ein vertrauter Anblick, Pater Pio fast ständig mit dem Rosenkranz in den Händen zu sehen. Er war fest davon überzeugt, dass das Gebet der Schlüssel sei, um das Herz Gottes zu öffnen, und dass er durch sein Gebet und seine Devotion an Unsere Liebe Frau viele Gnaden für andere erlangen konnte.
Ständiges Gebet
Pater Pios Hingabe an den Rosenkranz war so groß, dass er ihn beinahe ununterbrochen betete. Als ihn sein Oberer einmal fragte, wie oft er den Rosenkranz am Tag bete, antwortete Pater Pio:
„Nun, ich muss meinem Oberen die Wahrheit sagen: Ich habe ihn vierunddreißig Mal gebetet.“
Nehmen wir uns einen Moment Zeit, um uns diese Zahlen vor Augen zu führen. Das Beten von fünf Gesätzen des Rosenkranzes dauert normalerweise so 15 bis 20 Minuten. Nehmen wir an, Pater Pio war schnell und brauchte 15 Minuten für fünf Gesätze. Wenn er den Rosenkranz vierunddreißig Mal betete, dann verbrachte er achteinhalb Stunden mit dem Rosenkranzgebet! Es ist unwahrscheinlich, dass Pater Pio seine Gebete hastig verrichtete – in Wirklichkeit hat er vermutlich noch mehr Zeit damit verbracht.
Für ihn war der Rosenkranz ein Mittel, um die tiefen Geheimnisse des Opfers Jesu auf Golgotha, die Größe des göttlichen Erlösungsplans und die mitfühlende Gegenwart Marias während der Passion Jesu fortwährend zu betrachten.
Vollstes Vertrauen in die Mutter Gottes, unsere Mutter
Pater Pios lebenslange Liebe zur Mutter Gottes wurde immer stärker, da er glaubte, dass er Jesus umso näherkomme, je näher er Maria sei. Er vertraute darauf, dass wir – so wie Gott Maria als Gefäß erwählte, um seinen Sohn in die Welt zu bringen – auch Maria vertrauen sollten, um uns Gott zu nähern. In seinen eigenen Worten sagte er:
„Ich fühle mich sicher und mit dem Sohn verbunden durch diese Mutter, ohne die Ketten zu sehen, die mich so fest halten. Die Unbefleckte Empfängnis ist der erste Schritt auf dem Weg zum Heil. Sie fließt wie ein Lichtstrahl aus dem Gedanken Gottes. Alle Gnade geht durch ihre Hände.“
Pater Pio betete oft zur Schmerzensmutter und bat sie in seinen größten Leiden um Hilfe und Trost. Er sagte:
„Möge die Schmerzhafte Jungfrau uns die Gnade erlangen, immer tiefer in das Geheimnis des Kreuzes einzudringen. Möge sie uns die Liebe zum Kreuz, zum Leiden und zum Schmerz erlangen, und möge sie, die als Erste die Frohe Botschaft in ihrer ganzen Vollkommenheit gelebt hat, für uns den Drang erwirken, ihr sofort zu folgen. Wie oft habe ich dieser Mutter die schmerzlichen Sorgen anvertraut, die mein Herz beunruhigten! Und wie oft hat sie mich getröstet! In meinen größten Leiden scheint es mir, als hätte ich keine Mutter mehr auf dieser Erde, aber ich habe eine voll Mitleid im Himmel. Meine arme kleine Mutter, wie sehr liebst du mich.“
Vertrauen auf unseren Herrn durch Unsere Liebe Frau
Pater Pio erkannte, dass die Hoffnung auf das Heil aus irdischer Perspektive weit entfernt erscheinen mag – doch das bedeutet nicht, dass es tatsächlich unerreichbar ist. Wie er einmal bemerkte: „Wie fern erscheint die Hoffnung auf den Sieg von diesem Land der Verbannung aus! Wie sicher und nahe hingegen ist sie, wenn man sie vom Haus Gottes aus sieht, unter dem Schutz der Allerheiligsten Mutter.“
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Pater Pios Marienverehrung weit über eine bloß verstandesmäßige Anerkennung ihrer Rolle in der Heilsgeschichte hinausging. Für ihn war sie nicht nur ein Werkzeug, um Jesus auf die Erde zu bringen, noch eine ferne Gestalt im Himmel. Vielmehr war sie eine wirkliche und gegenwärtige Mutter, die ihm ihre Liebe und ihren Schutz schenkte. Durch ihre Fürsprache hoffte er, die Gnade zu erlangen, das Geheimnis des Kreuzes tiefer zu verstehen und den Weg des Heils zu gehen. Der Rosenkranz war ein wesentliches Werkzeug seiner innigen Verbindung mit Maria.
Folgen wir also dem Beispiel Pater Pios und beten wir den Rosenkranz. Denn das Betrachten der Geheimnisse des Rosenkranzes lädt uns ein, uns selbst als Zeugen des Lebens Jesu zu sehen – durch die Augen Marias, die Ihm näher war als alle anderen, die ihn umgaben.
Unsere Liebe Frau von Lourdes, bitte für uns!
Heiliger Pater Pio, bitte für uns!