Pater Pio verstand sein Leben von früher Jugend an als eine bewusste Hingabe an Gott für das Heil anderer. Tief in seinem Inneren wuchs der Wunsch, sich als Opfer für Sünder und für die Seelen im Fegefeuer darzubringen. Diese Hingabe war für ihn keine vage Frömmigkeit, sondern eine konkrete Lebensentscheidung, die er immer wieder erneuerte – in voller Kenntnis der Leiden, die daraus folgen würden.
Er war sich sehr klar darüber, was es bedeutete, ein solches Opfer zu sein: vollständige Selbsthingabe, Annahme von Schmerz, geistlicher Kampf und das Mitgehen des Leidensweges Christi bis zur völligen Vollendung. Dennoch wich er nie zurück. Er vertraute nicht auf eigene Kräfte, sondern auf Jesus, Maria und die himmlische Hilfe, die ihn in seinem inneren Ringen stärkten. Sein Leben war geprägt von einem ständigen geistlichen Kampf, den er nur durch völliges Sich-Überlassen an Christus bestehen konnte.
Trotz der großen Leiden empfand Pater Pio sein Opfersein nicht als Last, sondern als Quelle tiefer Freude. Für ihn war es etwas Schönes, sich aus Liebe hinzugeben. Aus diesem inneren Feuer heraus wünschte er, dass auch andere Seelen sich Gott als Opfer für das Heil der Mitmenschen anbieten würden. Er sah darin eine Antwort auf die Klage Christi über die Lieblosigkeit und Gleichgültigkeit der Menschen.
Diese Hingabe führte zu intensiven körperlichen und seelischen Leiden, besonders in mystischen Erfahrungen, in denen Pater Pio das Opfer ganz konkret und schmerzhaft erlebte. Er empfand sich dabei wie gefangen und innerlich gequält, ohne Unterbrechung der Prüfung (in 1918). Dennoch blieb er treu und erneuerte seine Selbsthingabe immer wieder, überzeugt davon, dass seine Leiden zum Heil vieler beitragen würden.
So wurde das Opfersein zu einem Grundpfeiler seiner Spiritualität: getragen von Treue, Ausdauer, Opferbereitschaft und bedingungslosem Vertrauen auf Gott.
Heiliger Pater Pio, bitte für uns und hilf uns, die von uns erbetenen Opfer im Vertrauen und in Treue zu Gott zu bringen.