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Oktober – Rosenkranzmonat: Gedanken zum Rosenkranzgebet

Geschrieben von: Tonia Long

(Skt. Salvator, Hollfelder Land, Bt. Bamberg) Rosenkranzbeten: Man braucht es nur zu versuchen – probatum est, wie es in alten Arzneibüchern heißt. Man lernt das Schwimmen nur im Wasser. Man lernt den Rosenkranz nur, indem man ihn betet.

Die Menschen und Christen von heute sind vor allem von innen her bedroht: Ihre Herzen und Seelen ver-kümmern, sie verlieren mehr und mehr den Glauben. Der Abendländer war einmal der christliche, beseelte, innerliche, geisterfüllte Mensch. Doch dieser Mensch droht auszusterben. Das Rosenkranzgebet aber bringt uns die Innerlichkeit, die Beseelung und die geistige Tiefe zurück. Denn „Wer recht zu beten weiß, der weiß auch recht zu leben.“

Das Rosenkranzgebet ist kein Um- oder Nebenweg, es führt uns zu den zentralen Geheimnissen unseres Glaubens. Auch das Rosenkranzgebet muss freilich eingeübt, gelernt werden. Es darf kein leeres „Geplap-per“ sein. Langbehn sagt zurecht: „Wenn es aus einem vollen Herzen kommt, ist der Rosenkranz das beste, wenn es aus einem leeren Herzen kommt, ist er das schlechteste Gebet. Er ist ein Gebet für volle Herzen.“

Nur im Gebet wächst unser Glaube, unsere Hoffnung und unsere Liebe. Zu Anfang des Rosenkranzes beten wir um die drei göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe. Wir glauben an Gott und an die ganze Gotteswelt, wo andere sich nur an die irdische Welt halten können. Wir hoffen auf Gott, seine Macht und seine Verheißungen, wo sich andere allein auf das Glück und die Kräfte dieser Welt verlassen. Wir lieben Gott und alles, was er geschaffen hat, andere lieben oft nur die Schätze und Genüsse dieser Welt. Jesus hat uns in seinem Evangelium vom liebenden Vater-gott die Erlösung gebracht und nimmt damit alle Angst von unseren Menschenherzen. Der freudenreiche Rosen-kranz zeigt uns, wie Jesus in die Finsternis unserer Herzen leuchtet. Im schmerzhaften Rosenkranz betrach-ten wir, wie er „sich entäußerte und Knechtsgestalt annahm“, um uns zu retten. Und im glorreichen Rosen-kranz erleben wir Christus als den Sieger über den Tod. Verlieren wir im Leiden nicht den Glauben an die Auferstehung! Es wird immer wieder Ostern – auch in unserem persönlichen Leben.

Der Rosenkranz ist nicht nur eine gute Gebets- und Glaubensschule, sondern auch eine erfolgreiche Charakterschule. Das Wunderbare dabei ist, dass der Rosenkranz in der Tugend nicht bloß unterrichtet, sondern auch die Kraft gibt, sie zu verwirklichen. Der Mensch ist nicht immer schlecht, meist ist er nur zu schwach zum Guten. Es fehlt ihm die Kraft. Darum gab Adolf Kolping auf dem Sterbebett sein Sterbekreuz seinem Bruder in die Hand und sagte zu ihm: „Da! Wehr dich damit!“ So nehmen auch wir das Kreuz und den Rosenkranz in die Hand und wehren uns damit gegen Sünde, Versuchung und Fehler. Der Rosenkranz ist die „Waffe“ des modernen Katholiken.

Natürlich müssen wir uns beim Rosenkranzgebet Zeit nehmen für Gott. Aber Gott ist schließlich der, von dem wir alle unsere Zeit haben. Deshalb sollten wir nicht versuchen, mit Gott möglichst schnell fertig zu werden. Auch wenn ein Papst, wie der gütige Johannes XXIII. Täglich alle drei Rosenkränze gebetet hat, dürfen wir uns nicht in ein „Leistungsdenken“ beim Beten verlieren. Der Rosenkranz ist nicht wie ein „Geldstück“, das man vor Gott auf den Tisch legen kann, sachlich wie das Sparopfer der Caritas. Er darf nicht bloß eine Pflicht-verrichtung sein. Es kommt nicht auf die „Menge“ des Gebeteten an, sondern auf das Bemühen. Die hl. Elisa-beth von Thüringen kam bei ihrem halbstündigen Weg von der Wartburg zu ihrem Krankenhaus in Eisenach, wenn sie besonders andächtig war, beim Beten nicht über die ersten Worte des Vaterunsers hinaus. So er-griffen war sie von der Vatergüte Gottes. Auch Bruder Klaus benötigte manchmal den langen Wallfahrtsweg von Sachseln bis Maria Einsiedeln zu einem einzigen Rosenkranz.

Schon weit über ein halbes Jahrtausend wird der Rosenkranz gebetet. Durch dieses Gebet durfte die Christenheit in den vergangenen Jahrhunderten Schutz und himmlischen Beistand erfahren. Er ist auch heute Hilfe und Heilmittel nicht nur für die Kirche und die Welt, sondern auch für die persönlichsten Anliegen und Sorgen der Menschen. Er ist für den einzelnen eine Quelle der Kraft. Im Rosenkranzgebet findet alles seinen Platz: die Not und Angst des Einzelnen, die Bitte um Bekehrung der Mitmenschen, Hilfe für unsere Familien, Freunde, unser Volk, unsere Kirche, die ganze Welt. Das Rosenkranzgebet ist das Gebet der Hoffnung und Zuversicht.

Unser Apostolat

Ohne aus dem Hause gehen zu müssen, können Sie sich hier dem großen Apostolat anschließen, das sich vollständig dem hl. Pater Pio verschrieben hat.

Sie werden alles erfahren über einen der geheimnisvollsten und wunderbarsten Heiligen unserer Zeit.