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Nur einmal dort knien und anbeten dürfen!

Geschrieben von: Tonia Long

Fast 55 Jahre bin ich jetzt Priester! All diese vielen Jahre her trug ich ein geheimes, oft drängendes Verlangen in mir, ins Heilige Land zu pilgern. Vor allem hätte es mich nach Bethlehem gezogen. Nur einmal dort knien und anbeten dürfen! Aus Dankbarkeit! Aus tiefer Dankbarkeit! Denn dort begann das Wunder aller Wunder sichtbar und greifbar Gestalt anzunehmen:

„Und das Wort ist Fleisch geworden, und hat unter uns gewohnt.“

Einmal hätte es beinahe geklappt, leider nur beinahe. Ich war schon einige Jahre Kaplan, geweiht 1927. Da besuchte mich eines Tages wieder im nahen Konnersreuth die stigmatisierte Therese Neumann, um für die Kranken unserer Stadtpfarrei Marktredwitz Rosenkränze, Medaillen, Ansichtskarten und Bildchen zu erbitten. Auf einmal sagte die „Resl“ ganz fröhlich: „Herr Kooperator, Sie dürfen für mich ins Heilige Land fahren. Ein Wohltäter will mir die Fahrtkosten und sämtliche Auslagen für einen vierwöchigen Aufenthalt im Heiligen Land bezahlen. Aber ich kann doch nicht eine so weite und anstrengende Reise machen. Darum dürfen Sie für mich fahren. Wollen Sie? – „Ja – freilich – will ich das!“ stotterte ich vor lauter Überraschung und Freude.

Mit jubelnden Herzen fuhr ich heim

Und war in Gedanken schon im Heiligen Land. Aber leider ist eine Teilnahme an diese vierwöchentlichen Heilig-Land-Fahrt nicht möglich geworden. Ich musste darauf verzichten. Es war sicher so im heiligen willen Gottes gelegen. Therese Neumann tröstete mich mit dem Gedanken, aus dem unabänderlichen Verzicht ein Opfer zu machen und es geistigerweise an alle heiligen Städten zu schicken, die ich besuchen wollte, Das tat ich denn auch.

Dann gab es für mich 25 Jahre später, im Herbst 1956, wieder eine Gelegenheit zur Pilgerfahrt ins Heilige Land. Ich meldete mich als Pfarrer an. Aber bei dieser Anmeldung ist es bis heute geblieben, denn anfangs September 1956 suchte mich der Herr mit jener schweren Krankheit heim, an deren Folgen ich heute noch leide. Seit dieser Zeit wurde jede Wallfahrt meines Lebens zu einer Opfergabe an den himmlischen Vater. Ich bin jetzt 25 Jahre nur im Geiste „Pilger“ an all den heiligen Städten gewesen, nach denen ich mich sehnte.

Immer noch brennt in der Seele das Verlangen, wenigstens in Bethlehem, an dieser hochheiligen Städte, knien und anbeten zu dürfen. Aus dieser ungestillten Sehnsucht heraus entstand das vorliegende Büchlein. Möge es dem göttlichen Kind zur Ehre und Freude gereichen, und viele Lesern Anregung schenken, die Verehrung und Anbetung des göttlichen Kindes in ihrem Herzen zu festigen oder neu zu entzünden.

Daß der himmlische Vater ihnen seine Gnade dazu schenke und die Fülle des Segens, das wünscht ihnen von ganzen Herzen.

Ihr dankbarer „Pilger“ im Geiste
Alfons M. Weigl, Pfr. i. R.
Rottenburg

Quelle: Büchlein „Göttliches Kind, ich bete Dich an“ – Verlag St. Grignionhaus, Altötting

Bild: Wikimedia commons

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