Mit dem Beginn des Monats Mai tritt die Kirche in eine Zeit besonderer Liebe und Verehrung für die seligste Jungfrau Maria ein. Seit Jahrhunderten ist dieser Monat ihr geweiht – nicht nur aus Tradition, sondern weil Maria uns auf einzigartige Weise zu ihrem Sohn führt. Wo sie ist, da ist Christus. Wo sie angerufen wird, wird der Weg zu Ihm klarer, tiefer und sichtbarer.
Maria ist nicht ein Vorbild unter vielen
Sie ist die Mutter Gottes – und damit auch unsere Mutter. Am Kreuz hat unser Herr Jesus Christus sie uns anvertraut, als Er sprach: „Siehe, deine Mutter.“ Wer sie annimmt, wird nicht von Christus weggeführt, sondern gerade zu Ihm hingeführt. Denn ihr ganzes Wesen ist Hingabe: „Mir geschehe nach deinem Wort.“
In unserer heutigen unruhigen Welt die gefüllt ist von Zweifeln und Orientierungslosigkeit ruft uns Maria zur Umkehr, zum Gebet und zu einem neuen Leben – einem Leben, das aus der Freude an Gott lebt. Diese Freude ist kein oberflächliches Gefühl, sondern Frucht des Heiligen Geistes, der unsere Herzen verwandelt. Wer sich ihm öffnet, wird innerlich erneuert und kann selbst zur Quelle werden: zu einem lebendigen Zeugnis, das anderen Orientierung, Trost und Hoffnung schenkt.
Besonders eindringlich hat sie uns zur Umkehr und zum Gebet bei den Erscheinungen von Fátima gerufen. Dort mahnte sie zum Rosenkranzgebet, zur Buße und zur Weihe an ihr Unbeflecktes Herz.
Zugleich gab sie uns eine große Verheißung: „Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren.“
Diese Zusage ist Wirklichkeit. Das Unbefleckte Herz Mariens steht für ihren vollkommenen Gehorsam gegenüber Gott, ihre Demut und Reinheit, und ihre unerschütterliche Liebe. Wer sich diesem Herzen anvertraut, wird nicht verloren gehen, sondern sicher zu Christus gelangen.
Maria ermutigt uns, nicht bei uns selbst stehen zu bleiben
Wer im Gebet wächst und sich von Gott erfüllen lässt, wird gesandt: als Zeuge der Liebe, als Werkzeug des Friedens, als Mensch, der Gott in die Welt hineinträgt. Unser Leben auf dieser Erde ist begrenzt – umso mehr sind wir gerufen, es bewusst zu leben, auf das Ziel hin, das Gott uns bereitet hat: die Gemeinschaft mit Ihm im Himmel.
Der Marienmonat Mai ist daher eine Einladung zu einer vertieften Beziehung. Die Kirche empfiehlt uns besonders:
- das tägliche Rosenkranzgebet
- die Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens
- Akte der Sühne und der Umkehr
- das Vertrauen auf ihre mächtige Fürsprache
Maria ist eine Mutter, die sich kümmert, die bittet, die schützt. Ihre Fürsprache hat Macht, weil sie ganz eins ist mit dem Willen Gottes. Wer sich ihr anvertraut, wird nicht enttäuscht werden.
Immer brauchen wir diese mütterliche Führung. Maria führt uns nicht zu sich selbst, sondern immer weiter – hin zu Jesus Christus, dem einzigen Erlöser der Welt. Sie zeigt uns, wie wir glauben, hoffen und lieben sollen.
Beginnen wir diesen wunderschönen Monat Mai mit Entschlossenheit: im Gebet, in der Freude, im Vertrauen und in der Hingabe. Bitten wir Maria, dass sie unsere Herzen formt, uns mit der Freude des Heiligen Geistes erfüllt und uns zu lebendigen Zeugen der Liebe macht.
Und halten wir fest an der Verheißung, die uns Hoffnung gibt – auch in dunklen Zeiten:
Ihr Unbeflecktes Herz wird triumphieren.