Lieber Leser,
wie Sie wissen, ist das Fest Mariä Himmelfahrt jedes Jahr einer der großen geistlichen Höhepunkte der Kirche. Am 15. August feiern die Christen die Aufnahme der Jungfrau Maria in die Herrlichkeit des Himmels, mit Leib und Seele.
Doch ein solches Fest bereitet man nicht improvisiert vor. Seit Jahrhunderten nehmen sich die Gläubigen Zeit, sich durch eine Novene darauf vorzubereiten: neun Tage des Gebets, die das Herz dafür öffnen sollen, jene Gnaden zu empfangen, die Gott durch die Fürsprache Seiner Mutter schenken will.
Warum neun Tage?
Diese Zahl ist kein Zufall. Nach der Himmelfahrt Christi verharrten die Apostel, um die Jungfrau Maria im Abendmahlssaal versammelt, im Gebet bis zur Herabkunft des Heiligen Geistes an Pfingsten (Apg 1,12–14). Dieses betende Warten, das neun Tage dauerte, gilt traditionell als das geistliche Vorbild der christlichen Novenen. Im Lauf der Jahrhunderte hat die Kirche diese Praxis weiter entfaltet, um große Feste vorzubereiten und Gott besondere Anliegen in einem Geist des Vertrauens, der Beharrlichkeit und der Hingabe an Seinen heiligen Willen anzuvertrauen.
Die Novene lehrt uns gerade diese geistliche Geduld.
In einer Welt, in der alles schnell gehen muss, lädt sie uns ein, langsamer zu werden und jeden Tag neu vor Gott zu treten, auch dann, wenn wir nichts Besonderes empfinden. Tag für Tag wirkt die Gnade oft im Verborgenen. Sie reinigt unseren Blick, stärkt unsere Hoffnung und verwandelt nach und nach unser Herz.
Sich durch eine Novene auf Mariä Himmelfahrt vorzubereiten, hat eine besondere Bedeutung. Wenn wir Maria betrachten, die in den Himmel erhoben wurde, entdecken wir unsere eigene Berufung: Wir alle sind zur Heiligkeit und zum ewigen Leben berufen. Mariä Himmelfahrt ist nicht nur ein Privileg, das der Jungfrau Maria geschenkt wurde; sie ist auch eine Verheißung der Hoffnung für alle, die Christus treu nachfolgen.
Während dieser neun Tage kann jeder der Gottesmutter seine persönlichen Anliegen anvertrauen: eine familiäre Schwierigkeit, eine Bekehrung, eine Krankheit, eine wichtige Entscheidung oder einfach den Wunsch, im Glauben zu wachsen. Maria nimmt all unsere Gebete auf und bringt sie mit der Zärtlichkeit einer Mutter zu ihrem Sohn. Wie viele Christen bezeugen, dass sie nach einer beharrlich gebeteten Novene Frieden, Kraft oder Vertrauen wiedergefunden haben! Sehr oft besteht das größte Wunder nicht darin, dass sich die äußeren Umstände sofort ändern, sondern darin, dass unser Herz verwandelt wird und lernt, Gott mehr zu vertrauen.
Eine Novene zu beten bedeutet auch, in eine große Gemeinschaft des Gebets einzutreten.
Selbst wenn wir zu Hause beten, sind wir niemals allein. Überall auf der Welt erheben andere Gläubige dieselben Gebete zum Himmel, mit denselben Hoffnungen und denselben Kämpfen. Diese Einheit der Herzen ist eine immense Kraft und ein wunderbares Zeugnis der Gemeinschaft der Heiligen.
Der heilige Padre Pio kannte die Kraft des beharrlichen Gebets sehr gut. Sein ganzes Leben lang zeigte er eine tiefe Liebe zur Heiligen Jungfrau, die er liebevoll seine „kleine Mama“ nannte. Unaufhörlich empfahl er den Rosenkranz und lud die Seelen ein, sich mit kindlichem Vertrauen an Maria zu wenden. Für ihn war die Jungfrau Maria niemals ein Umweg, sondern der sicherste Weg, um die Seelen zu Jesus zu führen. Ihre Fürsprache während dieser Novene zu erbitten, bedeutet also, in die Fußstapfen dieses großen Heiligen zu treten, der Unsere Liebe Frau so sehr geliebt hat.
Warum also nicht der Heiligen Jungfrau im Hinblick auf den 15. August diese neun Tage der Treue schenken? Einige Minuten täglichen Gebets können zum Ausgangspunkt einer wirklichen inneren Erneuerung werden.
Wenn Sie diese Vorbereitung in Gemeinschaft mit anderen Gläubigen leben möchten, laden wir Sie ein, sich unserer Novene zu Mariä Himmelfahrt anzuschließen. Jeden Tag erhalten Sie eine Betrachtung und ein Gebet, um Schritt für Schritt auf dieses große Marienfest zuzugehen.
Möge Unsere Liebe Frau Sie an der Hand nehmen, möge sie Sie zu Jesus führen, und möge der heilige Padre Pio während dieses ganzen Weges der Gnade für Sie Fürsprache halten.