Der Mai gilt seit jeher als ein besonderer Monat für Hochzeiten. Viele Paare beginnen in dieser Zeit gemeinsam ihren Lebensweg – voller Hoffnung, Liebe und Vertrauen. Gerade katholische Ehepaare dürfen darauf vertrauen, dass Gott anwesend ist, ihre Ehe begleitet, stärkt und in schwierigen Momenten trägt.
Die Geschichte von Clara und Dan Steele ist dafür ein rührendes Beispiel. Durch den Beistand von Pater Pio erfuhren sie auf ganz besondere Weise Gottes Nähe und Führung. Ihre Ehe war nicht frei von Prüfungen und Sorgen, doch immer wieder zeigte sich, dass Gott sich um sie kümmerte – manchmal durch Worte, manchmal durch Gebet und manchmal durch stille, innere Gnaden.
Clara und Dan Steele – Zwei Leben gesegnet durch Pater Pio
„Bewahre immer einen frohen Frieden in deinem Gewissen und bedenke, dass du im Dienst eines unendlich guten Vaters stehst, der sich aus lauter Güte zu seinen Geschöpfen herabneigt, um sie zu erheben und in sich, ihrem Schöpfer, zu verwandeln.“
– Heiliger Pio von Pietrelcina
Eine Begegnung in Triest
Clara lernte Dan Steele im Jahr 1947 in ihrer Heimatstadt Triest in Italien kennen. Dan war Militärpolizist in der US-Armee und damals in Triest stationiert. Clara und Dan wurden gute Freunde, und als sie Dan ihrer Mutter vorstellte, mochte diese ihn sofort. Da sie immer das Wohl ihrer Tochter im Blick hatte, sagte sie Clara schon bald, dass Dan ein wunderbarer Ehemann wäre. Doch Clara dachte überhaupt nicht ans Heiraten. Sie war erst fünfzehn Jahre alt, und eine Ehe lag ihr völlig fern.
Der Rat, Pater Pio aufzusuchen
Eines Tages sprach Clara in der Kirche eine fremde Frau an und fragte: „Brauchst du eine Gnade?“ Clara verstand nicht, was sie meinte. Die Frau erklärte: „In San Giovanni Rotondo lebt ein Heiliger namens Pater Pio. Wenn du eine besondere Bitte oder ein Anliegen hast, solltest du zu ihm gehen.“
Clara dachte an das Gespräch mit ihrer Mutter über Dan Steele und entschloss sich, nach San Giovanni Rotondo zu reisen, um Pater Pio nach seiner Meinung zu fragen.
„Du kaufst die Katze im Sack“
Clara und ihre Mutter kamen um 4:30 Uhr morgens an der kleinen Kirche „Unsere Liebe Frau der Gnaden“ an, und bereits hatte sich eine große Menschenmenge versammelt. Als die Türen geöffnet wurden, rannten die Menschen nach vorne, um möglichst nahe am Altar einen Platz zu bekommen.
Nach der Messe beichtete Clara bei Pater Pio und fragte ihn anschließend: „Ich möchte wissen, ob Dan Steele ein guter Ehemann wäre.“
Pater Pio fragte: „Ist er ein guter Katholik?“
„Er ist ein gläubiger Protestant“, antwortete Clara.
Da sagte Pater Pio mit lauter Stimme: „Du weißt nicht, was du tust! Du versuchst, die Katze im Sack zu kaufen!“
Offensichtlich verärgert schloss Pater Pio das Fenster des Beichtstuhls. Clara war entlassen. Verärgert und beschämt verließ sie den Beichtstuhl.
Eine harte Antwort als geistliche Hilfe
Doch auf dem Rückweg nach Triest dachte Clara immer wieder über die Worte von Pater Pio nach. Vielleicht wusste sie tatsächlich nicht, was sie tat. Langsam legte sich ihr Ärger.
Pater Pio sagte im Beichtstuhl oft Dinge, die schwer zu verstehen waren – und das mit Absicht. Er wollte die Menschen zum Nachdenken bringen und sie dazu bewegen, ihr Leben ernsthaft zu betrachten. Clara erkannte schließlich, dass Pater Pio ihr einen großen Dienst erwiesen hatte. Die unangenehme Begegnung wurde später zu einem großen Segen für ihr geistliches Leben.
Dans Wunsch, katholisch zu werden
Dan wusste nichts von Claras Besuch bei Pater Pio. Als er sie wiedertraf, erzählte er ihr von einem ungewöhnlichen Erlebnis. Während eines Spaziergangs habe er plötzlich ein starkes Verlangen verspürt, katholisch zu werden. Er war überzeugt, dass Gott ihn dazu rief.
Dieses Verlangen entstand ungefähr zu derselben Zeit, als Clara und ihre Mutter mit Pater Pio gesprochen hatten. 1948 wurde Dan von Pater Pio in die katholische Kirche aufgenommen. Mary Pyle, die amerikanische Sekretärin von Pater Pio, war seine Taufpatin.
Die Segnung ihrer Ehe
Dan und Clara wollten eigentlich in San Giovanni Rotondo heiraten, doch wegen der Armeevorschriften mussten sie in Triest heiraten. Kurz darauf fragte Dan Pater Pio, ob er ihre Ehe segnen würde. Pater Pio lächelte und stimmte zu.
Später sagte Dan, dass dies das einzige Mal gewesen sei, dass er Pater Pio lächeln sah. Sein Lächeln allein war schon ein Segen.
In der alten Kirche „Unsere Liebe Frau der Gnaden“ knieten Clara und Dan vor Pater Pio nieder, als er ihre Ehe segnete. Während des Segens lächelte Pater Pio Clara an und sagte: „Dir reiche ich meine Hand.“
Der Tod von Claras Mutter
Bei einer späteren Reise wollte Clara Pater Pio um Gebet für ihre schwerkranke Mutter bitten. Viele Menschen warteten frühmorgens auf ihn.
Als Pater Pio erschien, sagte ein Mann: „Beten Sie für die Mutter dieses Mädchens. Sie ist krank.“ Ein anderer sagte: „Beten Sie für die Seele ihrer Mutter.“
Clara verstand das nicht. Niemand wusste von der Krankheit ihrer Mutter. Erst später erfuhr sie, dass ihre Mutter bereits gestorben und schon beerdigt worden war.
Sieben Kinder und viele Prüfungen
Dan wurde später nach Deutschland versetzt, und Clara und Dan wurden mit sieben Kindern gesegnet. 1964 konnten sie erneut nach San Giovanni Rotondo reisen. Besonders dankbar waren sie immer, wenn sie an der heiligen Messe von Pater Pio teilnehmen durften.
Während dieses Aufenthalts trug Clara viele Sorgen mit sich. Sie betete ununterbrochen um Hilfe und hoffte, wenigstens kurz mit Pater Pio sprechen zu können.
Ein Blick voller himmlischen Friedens
Nach der Messe ging Pater Pio an das Fenster des Klosters, um die draußen wartenden Menschen zu segnen. Dan lief hinaus, Clara blieb mit den Kindern in der Kirche zurück und begann zu weinen, da sie sich klar wurde, dass sie Pater Pio nicht sehen würde, es war zu voll.
Plötzlich sah sie Pater Pio auf dem Balkon in der Kirche. Ihr Sohn Bobby sagte: „Mutter, schau, wie Pater Pio dich anschaut!“
Strahlen schienen aus seinen Augen hervorzugehen. Clara empfand einen tiefen Frieden und eine Freude wie im Himmel.
Geistliche Heilung statt äußerer Veränderung
Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland hatten sich ihre äußeren Probleme zwar nicht verändert, doch innerlich hatte Clara Frieden gefunden. Sie wusste, dass sie eine geistliche Heilung empfangen hatte.
Auch andere Familienmitglieder erfuhren durch Pater Pios Wirken Gnaden. Eine Tante Claras, die sich vom Glauben entfernt hatte, kehrte schließlich zur Kirche zurück.
Pater Pios Begleitung bis zum Lebensende
Im Laufe der Jahre hatte Clara mehrere eindrucksvolle Träume, in denen sie spürte, dass Pater Pio sie weiterhin geistlich begleitete.
In ihren letzten Lebensjahren betete und opferte sie viel für Familienmitglieder, die sich vom Glauben entfernt hatten. Jeden Morgen verbrachte sie Stunden im Gebet und besuchte anschließend die heilige Messe, egal welches Wetter es war.
Clara starb nach kurzer Krankheit am 16. Juni 2006 – genau am Jahrestag der Heiligsprechung von Pater Pio.
Die Frucht eines gläubigen Lebens
Ihr letzter Wunsch war, dass zwei ihrer Kinder, die seit zehn Jahren nicht mehr miteinander gesprochen hatten, sich versöhnen sollten. Kurz vor ihrer Beerdigung geschah genau das.
Fünf Angehörige gingen am Vorabend ihrer Beerdigung zur Beichte, obwohl sie seit Jahren nicht mehr das Sakrament empfangen hatten. Auch eines ihrer Kinder kehrte wenige Tage nach Claras Tod nach langer Zeit wieder zur Beichte zurück.
Dan sagte später, dass ihre Familie trotz aller Trauer seit Claras Heimgang viele geistliche Gnaden empfangen habe.
Heilige Maria, Königin der Apostel, bitte für uns!
Heiliger Pater Pio, bitte für uns!