5. September – Gedenktag
Mutter Teresa von Kalkutta ist eine der bekanntesten Heiligen unserer Zeit. Ihr Leben war ganz von der Liebe zu Jesus Christus und zu den Armen geprägt. Sie suchte nicht das Große und Außergewöhnliche. Sie wollte Christus dort dienen, wo die Not am größten war: bei den Kranken, den Verlassenen, den Sterbenden und den Menschen, die niemand mehr beachtete.
Am 4. September 2016 wurde sie von Papst Franziskus heiliggesprochen.
Der Ruf nach Indien
Mutter Teresa wurde am 26. August 1910 als Agnes Gonxha Bojaxhiu in Skopje geboren. Sie wuchs in einer albanisch-katholischen Familie auf und verspürte schon früh den Wunsch, ihr Leben Gott zu schenken.
1928 trat sie in die Gemeinschaft der Schwestern von Loreto ein und nahm den Namen Teresa an, nach der heiligen Therese von Lisieux. Als Ordensschwester kam sie nach Indien und arbeitete dort zunächst als Lehrerin.
Direkt neben ihrer Schule lag ein großes Armenviertel. Die Not der Menschen dort berührte ihr Herz.
Am 10. September 1946 empfing sie während einer Zugfahrt nach Darjeeling den Ruf, ihr Leben ganz den Ärmsten der Armen zu widmen. Sie selbst bezeichnete diesen Tag später als den wichtigsten Tag ihres Lebens.
Nach langem Warten erhielt sie 1948 die Erlaubnis, die Gemeinschaft der Loreto-Schwestern zu verlassen und diesen neuen Weg zu beginnen.
Christus in den Armen dienen
Mutter Teresa ging in die Armenviertel von Kalkutta. Sie unterrichtete Kinder, pflegte Kranke und kümmerte sich um Menschen, die auf der Straße lebten.
1950 wurde die neue Ordensgemeinschaft der Missionarinnen der Nächstenliebe vom Heiligen Stuhl anerkannt. Aus einer kleinen Gruppe von Schwestern entstand im Laufe der Jahre eine Gemeinschaft, die heute auf der ganzen Welt tätig ist.
Die Schwestern nahmen sich besonders der Menschen an, die sonst niemand haben wollte: ausgesetzten Kindern, Kranken, Hungernden und Sterbenden.
1952 eröffneten sie in Kalkutta das Haus Nirmal Hriday – „Reines Herz“, in dem Sterbende von der Straße aufgenommen und gepflegt wurden. Es folgten ein Kinderhaus, Schulen, Häuser für Kranke und weitere Einrichtungen für Menschen in Not.
Mutter Teresa tat all dies nicht einfach aus menschlichem Mitgefühl. Sie sah in jedem Menschen Christus. Darum war ihr Dienst für die Armen zugleich ein Dienst an Jesus selbst.
Die Liebe zu Jesus
Für Mutter Teresa gehörte die Liebe zu Gott untrennbar zur Liebe zum Nächsten.
Sie wusste, dass die Kraft für ihren Dienst nicht aus ihr selbst kam. Sie brauchte das Gebet und die Nähe Jesu. Aus der Begegnung mit Christus wollte sie zu den Menschen gehen und ihnen mit Liebe dienen.
Dabei war ihr Leben keineswegs immer leicht. Auch sie kannte Zeiten innerer Dunkelheit und des Schweigens Gottes. Dennoch blieb sie ihrem Weg treu.
Ihr Leben zeigt uns etwas Einfaches und Wichtiges: Wir müssen nicht Großes tun, um Gott zu dienen. Wir können damit beginnen, den Menschen zu lieben, den Gott gerade in unsere Nähe stellt.
Eine Heilige der Nächstenliebe
1979 erhielt Mutter Teresa den Friedensnobelpreis. Die weltweite Anerkennung änderte jedoch nichts an ihrem Leben. Sie blieb die Ordensfrau, die zu den Armen ging und ihnen diente.
Am 19. Oktober 2003 wurde sie von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Ein für ihre Seligsprechung anerkanntes Heilungswunder hatte den Weg dafür bereitet.
Am 4. September 2016 sprach Papst Franziskus Mutter Teresa auf dem Petersplatz in Rom heilig.
Ihre Heiligkeit bestand nicht darin, dass sie etwas Außergewöhnliches für sich selbst suchte. Sie bestand darin, Gott treu zu sein und den Menschen mit Liebe zu dienen.
Aus dem Gebet wächst die Liebe
Ein bekanntes Wort von Mutter Teresa fasst diesen Weg schön zusammen:
„Die Frucht der Stille ist das Gebet.
Die Frucht des Gebets ist der Glaube.
Die Frucht des Glaubens ist die Liebe.
Die Frucht der Liebe ist der Dienst.
Die Frucht des Dienstes ist der Friede.“
Vielleicht ist gerade das die Botschaft, die uns Mutter Teresa heute geben kann: Bei Christus beginnen. Beten. Ihn lieben. Und dann das Gute tun, das uns möglich ist.
Nicht jeder kann die Armen von Kalkutta aufnehmen. Aber jeder kann einem einsamen Menschen Zeit schenken, einem Kranken beistehen, vergeben, trösten, helfen und für einen anderen Menschen beten.
So kann auch in unserem kleinen Alltag die Liebe Christi sichtbar werden.
Heilige Mutter Teresa, bitte für uns!
Allerseligste Jungfrau Maria, bitte für uns!