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FATIMA – Der 25. Jahrestag der Erscheinungen

Kardinal Patriarch von Lissabon Dom Manuel Gonçalves Cerejeira 

Er wurde vom portugiesischen Episkopat zu einem feierlichen
und großartigen Akt gestaltet. Durch eine glückliche Fügung fiel die Feier des
25. Jahrestages der Erscheinungen mit dem Bischofsjubiläum S. Heiligkeit Pius
XII. zusammen: 13. Mai 1917 bis 13. Mai 1942.

Ganz Portugal bereitete mit unbeschreiblicher Begeisterung
eine würdige Feier dieses Doppeljubiläums vor. Man begnügte sich durchaus nicht
mit äußeren Festlichkeiten, sondern bemühte sich, dem Geiste der Botschaft von
Fátima entsprechend, vor allem um die Erneuerung und Vertiefung des religiösen
Lebens.
In eindrucksvoller Weise trat dieses Bestreben in den
vorbereitenden Kongressen der männlichen und weiblichen katholischen Jugend in
Erscheinung. Für den letzten holte man mit einem wahrhaft himmlischen Gefolge
die Statue aus dem Heiligtum in Fátima nach Lissabon.
Die eigentlichen Jubiläumsfeierlichkeiten wurden durch den
herrlichen Hirtenbrief eingeleitet, den die portugiesischen Bischöfe am 11.
Februar veröffentlichten: „Im 25. Jahre der Erscheinungen von Fátima und der
Bischofsweihe S. Heiligkeit Pius XII. . . .“
In diesem Schreiben ziehen die Bischöfe zunächst Bilanz des
Gnadensegens, der sich seit fünfundzwanzig Jahren von den Höhen Fátimas über
ganz Portugal ergießt: wunderbare Hilfe in zeitlichen wie in geistigen Nöten,
in persönlichen wie in nationalen Anliegen. 
„Wenn jemand vor 25 Jahren die Augen geschlossen hätte und sie jetzt
öffnete, würde er Portugal nicht wiedererkennen: so tief und so durchgreifend
ist die Umwandlung, die durch den bescheidenen und unsichtbaren Faktor der
Erscheinungen der heiligsten Jungfrau in Fátima bewirkt wurde.“
Dann wiesen die Oberhirten mit apostolischen Eifer auf das
hin, was noch zu tun sei, um die Wünsche der Rosenkranzkönigin immer besser zu
erfüllen.
Am Schluss entwarfen sie die allgemeinen Bestimmungen für
die Erinnerungsfeierlichkeiten: a) vom 3. bis 11. Mai sollten in allen
Pfarrkirchen und nach Möglichkeit in allen Kirchen jeder Pfarrei
Missionspredigten gehalten werden; b) Sonntag den 10. Mai, sollen in den
gleichen Kirchen feierliche Dankgottesdienste, Generalkommunionen,
Anbetungsstunden stattfinden; in der Kathedrale ein Pontifikalamt und Te Deum
für das doppelte Jubiläum; c) am Abend, 12. Mai, eine Lichterprozession zur
„Cova da Iria“ und soweit möglich auch in allen Pfarrkirchen in Portugal; d) am
13. Mai wird im Heiligtum der Cova da Iria ein feierliches Pontifikalamt vom
Kardinal-Patriarchen in Gegenwart des ganzen Episkopates gefeiert und die Weihe
Portugals an das Unbefleckte Herz Mariens vorgenommen;  e) die Gründung eines „Bundes der
Bescheidenheit“ wird veranlasst, dem beizutreten alle Männer Portugals und
besonders alle Familienväter eingeladen werden sollen; sie verpflichten sich,
die dem christlichen Empfinden nicht entsprechende Mode sowohl im gewöhnlichen
Leben als auch am Strand nicht zu dulden; auch nicht zu gestatten, dass die ihnen anvertrauten Personen
unmoralische Filme und Theateraufführungen besuchen usw.

Endlich wurde ein Projekt angeregt: die Krönung der
wundertätigen Statue mit einer von Edelsteinen besetzten goldenen Krone, als
Zeichen der Dankbarkeit von den portugiesischen Frauen gewidmet; dieser Plan
wurde mit großer Begeisterung aufgenommen und gab Veranlassung für die ergreifendsten
Akte einer großmütigen Frömmigkeit.  Als
am 31. Oktober der Kardinal Patriarch, umgeben vom ganzen Episkopat und von
vielen Repräsentanten aus allen Ständen der Nation, in der geräumigen
Kathedrale von Lissabon und mit außerordentlicher liturgischer Pracht die
Feierlichkeiten beschloss, war das großartige Programm vollkommen ausgeführt;
die Teilnahme der Gläubigen übertraf bei weitem alle Erwartungen. Das erste Jubiläum der Erscheinungen wird so
unaustilgbar aufgezeichnet bleiben in den Annalen der Jungfrau von Fátima als
ein Jahr des Dankes und des wunderbaren Triumphes. So konnte man mit Recht den
Dankeshymnus vor dem Allerheiligsten anstimmen. Aber es fehlte noch der größte
und unerwartetste Triumph.

Als der Kardinal-Patriarch in Anwesenheit des ganzen
Episkopates und ungezählter Vertreter aller Klassen der Nation am 31. Oktober
1942 im größten Gotteshaus von Lissabon unter außerordentlicher liturgischer
Pracht die Jubiläumsfeierlichkeiten abschloss, war das grandiose Programm, das
der Hirtenbrief gezeichnet hatte, vollständig verwirklicht.  Die Teilnahme der Gläubigen jeden Standes
übertraf auch die kühnsten Erwartungen. Diese erste Jubiläumsfeier wird in den
Ruhmesblättern der Madonna von Fátima mit unauslöschlichen Lettern als Jahr der
Gnade und Herrlicher Triumphe der Unbefleckten eingetragen bleiben. Das
bedeutendste und unerwartetste Ereignis sollte jedoch erst kommen.
Die Radiobotschaft de Heiligen Vaters und die Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens…
Quelle: Maria spricht zur
Welt – Geheimnis und Weltgeschichtliche Sendung Fatimas – L. Gonzaga da Fonseca
– Tyrolia-Verlag – Innsbruck – Wien – München

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