29. September – Fest der heiligen Erzengel Michael, Gabriel und Rafael
Gestern, am 29. September feierte die Kirche das Fest der drei heiligen Erzengel Michael, Gabriel und Rafael. Sie sind die einzigen Engel, deren Namen uns die Heilige Schrift nennt. Ihre Namen und ihre Sendung weisen auf Gott hin: Michael, Gabriel und Rafael – in allen drei Namen klingt das hebräische „El“, Gott, an.
Papst Benedikt XVI. erklärte am Fest der Erzengel im Jahr 2007, dass die Engel Geschöpfe sind, die ganz auf Gott ausgerichtet sind und zugleich seine Boten zu den Menschen. Gerade weil sie bei Gott sind, können sie dem Menschen nahe sein.
Michael, Gabriel und Rafael
Der heilige Michael begegnet uns in besonderer Weise im Buch Daniel, im Brief des Apostels Judas und in der Offenbarung des Johannes. Benedikt XVI. nennt zwei Aufgaben, die dort deutlich werden: Michael verteidigt die Sache Gottes und ist der Beschützer des Gottesvolkes. Sein Name bedeutet: „Wer ist wie Gott?“
Der heilige Gabriel ist der Bote der Menschwerdung Gottes. Er wurde zu Maria gesandt, um ihr die Botschaft zu bringen, dass sie die Mutter des Erlösers werden sollte. Durch Gabriel bringt Gott Maria seinen Ruf – und sie antwortet mit ihrem Ja.
Der heilige Rafael wird uns vor allem im Buch Tobit vorgestellt. Dort begleitet er Tobias auf seinem Weg und wird als Engel der Heilung sichtbar. Benedikt XVI. sieht in ihm den Engel, dem in besonderer Weise der Dienst der Heilung anvertraut ist.
So begegnen uns die drei Erzengel mit unterschiedlichen Sendungen: Michael beschützt, Gabriel verkündet und Rafael begleitet und heilt.
Pater Pio und der heilige Erzengel Michael
Von den drei Erzengeln begegnet uns bei Pater Pio besonders deutlich der heilige Michael. Pater Pio verehrte ihn innig und empfahl seinen geistlichen Kindern immer wieder, sich in den Versuchungen des Lebens unter seinen Schutz zu stellen.
Er sah im heiligen Michael einen mächtigen Helfer im geistlichen Kampf. Wenn der Mensch von Versuchungen bedrängt wird, soll er sich nicht fürchten, sondern seine Zuflucht bei Gott suchen und die Hilfe des heiligen Erzengels erbitten.
Auch das Heiligtum des heiligen Michael auf dem Monte Gargano war Pater Pio besonders lieb. Am 1. Juli 1917 besuchte er selbst die berühmte Grotte von Monte Sant’Angelo. Die Verehrung des Erzengels gehörte für ihn ganz selbstverständlich zum Leben des Glaubens.
Pater Pio ermutigte auch die Menschen, die zu ihm nach San Giovanni Rotondo kamen, den heiligen Michael zu verehren und sein Heiligtum aufzusuchen. Für ihn war der Erzengel ein wirklicher Helfer im Kampf gegen das Böse und gegen die Versuchungen.
Ein Schutz für den geistlichen Kampf
Die Verehrung des heiligen Michael passt deshalb tief zur Spiritualität Pater Pios. Er wusste um die Wirklichkeit des geistlichen Kampfes und nahm die Macht des Bösen ernst. Zugleich vertraute er auf die Hilfe Gottes und auf die Fürsprache der Heiligen und Engel.
Der heilige Michael erinnert uns daran, dass unser Kampf letztlich Gott gehört. Sein Name selbst ist ein Bekenntnis: Wer ist wie Gott?
Auch wir dürfen den heiligen Erzengel um seinen Schutz bitten – in unseren persönlichen Kämpfen, in Versuchungen und überall dort, wo wir Gottes Hilfe brauchen.
Pater Pio betete häufig das Gebet zum heiligen Michael, das Papst Leo XIII. der Kirche geschenkt hatte. Es war für ihn, wie der Rosenkranz, eine wirkliche geistliche Waffe.
Gebet zum heiligen Erzengel Michael
Heiliger Erzengel Michael, verteidige uns im Kampfe;
gegen die Bosheit und die Nachstellungen des Teufels sei unser Schutz.
„Gott gebiete ihm“, so bitten wir flehentlich;
du aber, Fürst der himmlischen Heerscharen,
stoße den Satan und die anderen bösen Geister,
die zum Verderben der Seelen in der Welt umhergehen,
durch die Kraft Gottes hinab in die Hölle.
Amen.
Allerheiligstes Herz Jesu, erbarme Dich unser!
Allerseligste Jungfrau Maria, bitte für uns!
Heiliger Pater Pio, bitte für uns!