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170 Jahre Erscheinung der “Madonna del Miracolo” – 170 Jahre unerschöpfliche Quelle der Barmherzigkeit der Muttergottes

Geschrieben von: Tonia Long


Wer Zweifel an der Güte und der Barmherzigkeit der Muttergottes hat, sollte die Geschichte einer ihrer rührigsten und eindrucksvollsten Erscheinungen lesen. Sie fand am 20. Januar 1832 in Rom statt.

Willy Gattermann

Am 20 Januar 1842 erschien die Muttergottes in der römischen Basilika Sant´Andrea delle Fratte (Paulaner) dem Juden Alphonse Ratisbonne, der daraufhin zur katholischen Kirche übertrat, Priester bei den Jesuiten wurde und gründete zusammen mit seinem Bruder Théodore die Kongregation „Pères de Sion“ (Brüder Unserer Lieben Frau von Sion) für Missionspriester gründete. Ebenso gründete er die Schwesternkongregation der Sionschwestern, der weibliche Zweig der Priesterkongregation.

Alphonse Ratisbonnes Bekehrung war eine Sensation, nicht nur, weil sie so schlagartig war, sondern auch wegen seiner Bekanntheit und der Tatsache, daß sie eine unmittelbare Folge des Tragens der Wundertätigen Medaille war.

Ja, diese Bekehrung machte die Wundertätige Medaille, die aufgrund der Erscheinungen der Muttergottes im Kloster der Vinzentinerinnen an der Rue de Bac in Paris an der Rue entworfen und hergestellt wurde, über Nacht weltweit bekannt. Man kann gewissermaßen sagen, daß diese Medaille mit der Bekehrung Ratisbonnes ihren Siegeszug antrat, der bis heute fortgesetzt wird und sich in unendlich vielen Gnaden und Gunsterweisen Tag für Tag zeigt.

Alphonse Ratisbonne schreibt selbst in seinem Bekehrungsbericht, daß er an nichts glaubte, insbesondere nicht an katholische abergläubische „Albernheiten“, wie eben das Tragen von Anhängern und Medaillen.

Ein Freund Ratisbonnes, Baron de Bussières, schlug ihm während eines Romaufenthaltes vor, die Wundertätige Medaille zu tragen: „Da sie den Aberglauben verschmähen, sich zu liberalen Glaubenslehren bekennen und einen so starken und vernünftigen Charakter besitzen, werden sie doch nicht von einer einfachen Probe zurückschrecken“.

Das war die Argumentation Bussières, um seinen Freund Ratisbonne zu überreden. Was konnte er dagegen haben. Es war doch ohnehin ein „wertloses Stück Metall“, zumindest in der Wahrnehmung eines Skeptikers und Liberalen. Bussières: „Sie müßten einen Gegenstand tragen, den ich ihnen schenke . . . Hier ist er! Ein Anhänger der Heiligen Jungfrau Maria. Dies erscheint ihnen als lächerlich, nicht wahr? Ich dagegen messe diesem Gegenstand einen großen Wert bei.“

Außerdem sollte Ratisbonne das Memorare (Bedenke, gütigste Jungfrau Maria, man hat es noch niemals gehört . . . ).

Ratisbonne willigte ein. Das war am 15. Januar 1842, also nur fünf Tage vor seiner Konversion – ein unglaublicher und unbestreitbarer Beweis der Kraft der Wundertätigen Medaille, aber noch mehr von der Güte und der Barmherzigkeit der Muttergottes zu allen Menschen.

Ratisbonne schildert in seinem ausführlichen Bekehrungsbericht, daß seine Seele für die Konversion durch Gott vorbereitet wurde – insofern war das Tragen der Wundertätigen Medaille zwar ausschlaggebend, doch das Wirken Gottes in Ratisbonnes Seele begann schon früher.

So änderte er seine Sicht der Menschen durch seine Verlobung mit Flora Ratisbonne, einer Nichte von ihm. Er schreibt: „Der Anblick meiner Verlobten weckte in mir ein Gefühl der menschlichen Würde. Nun glaubte ich an die Unsterblichkeit der Seele. Ich begann sogar, spontan zu Gott zu beten!“

Das änderte allerdings nichts an seiner Abneigung gegen die katholische Kirche. Seinen Bruder, der konvertiert und inzwischen Priester geworden war, haßte er.

Später besuchte er eine Kirche, was ihn sehr tief bewegte und rührte: „Ich betrat die Kirche und mir schien, als ob die Messe gefeiert würde. Aus einem unerklärlichen Grund verweilte ich dort an eine Säule gelehnt und mein Herz schien sich zu öffnen und ein fremde Atmosphäre zu atmen“.

Schließlich betrat er am 20. Januar 1842 die Kirche der Paulaner in Rom, Sant´Andrea delle Fratte, und erhielt die Gnade der Bekehrung als ihm die Muttergottes erschien.

Er wurde schon am 31. Januar getauft. Am 20. Juni 1842 trat er als Novize bei den Jesuiten ein. Ein Jahr später half er seinen Bruder Théodore, die Kongregation „Pères de Sion“ (Brüder Unserer Lieben Frau von Sion), zu gründen. 1855 zog er nach Jerusalem, wo er am 8. Mai 1884 verstarb.

Die Erscheinung der Muttergottes machte diese Kirche zu einem der wichtigsten Orte der römischen und marianischen Volksfrömmigkeit. Bis heute, denn das Wunder von 1842 geht weiter! Viele Bekehrungen, Heilungen und Gebetserhörungen fanden seitdem statt. Davon zeugen die vielen Ex-Votos an der Erscheinungskapelle.

Am Altar mit dem Gnadenbild feierte am 29. April 1918 der hl. Maximilian Kolbe seine erste Messe. Papst Benedikt XV. nannte diese Kirche das römische Lourdes, Pius XI, erhob sie im Jahr 1942 zur Basilika, Johannes XXIII. Erhob sie 1959 zum Kardinalssitz. Gegenwärtig ist Ennio Antonelli Kardinalpriester von Sant´Andrea delle Fratte.

Der 20. Januar wird alljährlich mit großem Pomp in der Kirche gefeiert. Zahlreiche Pilger kommen zu den vielen Messen, die während des ganzen Tages gefeiert werden und erhalten auf diesen Weise einen vollkommenen Ablaß.

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